Cybersecurity

Microsoft 365 absichern: zwölf Einstellungen, die jeder Mandant braucht

Viele Microsoft-365-Umgebungen laufen mit den Voreinstellungen, die auf Bequemlichkeit ausgelegt sind. Diese Checkliste nennt zwölf Einstellungen, die den größten Unterschied machen, und sagt dazu, was sie kosten und welche Lizenz sie voraussetzen.

Hinweis: Stand: Oktober 2026. Microsoft ändert Funktionen und Lizenzzuordnungen regelmäßig. Prüfen Sie die Zuordnung für Ihren Plan im Lizenz-Check.

Anmeldung und Konten

Die meisten Angriffe auf Microsoft 365 beginnen bei einem gestohlenen Passwort. Wer Konten absichert, schließt die häufigste Einfallstür.

EinstellungWarumLizenzhinweis
Mehrfaktor-Anmeldung für alle KontenStoppt viele Angriffe mit gestohlenen Passwörtern. Administratoren zuerst.In allen Plänen möglich, über Sicherheitsstandards oder bedingten Zugriff
Veraltete Anmeldeverfahren sperrenAlte Protokolle kennen keine Mehrfaktor-Anmeldung und sind ein Hintertürchen.Über bedingten Zugriff (Business Premium)
Administratorkonten trennenEin erbeutetes Alltagskonto soll keine Administratorrechte haben.Alle Pläne
Zwei NotfallkontenZugang, falls eine Regel versehentlich alle aussperrt. Stark geschützt, nicht im Alltag genutzt.Alle Pläne

Zugriff und Geräte

EinstellungWarumLizenzhinweis
Bedingter Zugriff mit BasisregelnAnmeldungen nach Gerät, Standort und Risiko prüfen statt nur nach Passwort.Business Premium
Zugriff von verwalteten GerätenFirmendaten bleiben auf geprüften Geräten.Business Premium (Intune)
Zustimmung zu Apps einschränkenMitarbeitende sollen nicht jeder App Zugriff auf Postfach und Dateien geben dürfen.Alle Pläne

E-Mail und Freigaben

EinstellungWarumLizenzhinweis
SPF, DKIM und DMARC einrichtenErschwert gefälschte Absender in Ihrem Namen und verbessert die Zustellung.Alle Pläne, Einstellung im DNS
Schutz vor Phishing und SchadanhängenFilter vor dem Postfach, zum Beispiel Safe Links und Safe Attachments.Business Premium (Defender für Office 365)
Automatische Weiterleitung nach außen sperrenAngreifer richten oft heimlich Weiterleitungen ein.Alle Pläne
Externe Freigaben begrenzenDateien in SharePoint und Teams nicht öffentlich oder an jeden extern teilen.Alle Pläne

Überwachung und Sicherung

EinstellungWarumLizenzhinweis
Anmeldeprotokolle regelmäßig prüfenAuffällige Anmeldungen früh bemerken.Alle Pläne
Backup der Microsoft-365-DatenKein Plan enthält ein echtes Backup. Es braucht eine separate, unveränderbare Sicherung.Zusatzbaustein

Gerade der letzte Punkt wird oft vergessen: Die eingebauten Aufbewahrungsfunktionen sind kein Backup im eigentlichen Sinn. Mehr dazu unter Backup und Notfall-Wiederanlauf.

In welcher Reihenfolge Sie vorgehen

  1. Mehrfaktor-Anmeldung für alle, Administratoren zuerst. Das bringt am meisten für am wenigsten Aufwand.
  2. Notfallkonten und getrennte Administratorkonten einrichten, bevor Regeln greifen, die jemanden aussperren könnten.
  3. Veraltete Anmeldeverfahren sperren und bedingten Zugriff mit Basisregeln einführen, zuerst im Berichtsmodus.
  4. E-Mail absichern: SPF, DKIM, DMARC, Phishing-Schutz, Weiterleitungen.
  5. Freigaben und Backup prüfen und einrichten, dann die Anmeldeprotokolle in den regelmäßigen Betrieb aufnehmen.

Häufige Fragen

Reichen die Sicherheitsstandards von Microsoft?

Sie sind ein guter Grundschutz, vor allem für Betriebe ohne Business Premium. Mit bedingtem Zugriff lassen sich Regeln feiner an Ihren Betrieb anpassen.

Sperren wir uns mit diesen Regeln selbst aus?

Nicht, wenn die Einführung geplant ist: Notfallkonten einrichten, Regeln zuerst im Berichtsmodus prüfen und mit einer Testgruppe starten.

Welche Lizenz brauchen wir mindestens?

Mehrfaktor-Anmeldung und viele Grundeinstellungen gehen in allen Plänen. Bedingter Zugriff, Geräteverwaltung und erweiterter E-Mail-Schutz setzen Business Premium voraus. Mehr im Lizenz-Guide.

Wie oft sollte man das prüfen?

Mindestens einmal im Jahr und nach größeren Änderungen, etwa nach einer Migration oder bei neuen Diensten.

Gehört das zu NIS2?

Zugriffskontrolle, Mehrfaktor-Anmeldung und Backup gehören zu den geforderten Maßnahmen. Die Technik allein genügt aber nicht. Mehr in der NIS2-Beratung.

Dieser Beitrag ist eine Orientierung und keine Konfigurationsanleitung für Ihren konkreten Mandanten. Funktionen und Lizenzzuordnungen können sich ändern.

Wie sicher ist Ihr Mandant wirklich?

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